Verfasst am 24.12.2005 23:55:58 Uhr Weihnachtsmarkt Friedrich war etwas zu früh am vereinbarten Treffpunkt erschienen. Das gab
ihm Gelegenheit das bunte Treiben des abendlichen Weihnachtsmarktes ganz
entspannt zu genießen. Friedrich mochte das Gefühl von Weihnachten, obwohl
er zugeben musste, dass das heutige Gefühl von Weihnachten nicht an die
Faszination heranreichte, die er als Kind für dieses Fest verspürt hatte.
Komisch, dachte Friedrich, selbst als er damals herausgefunden hatte, dass
es keinen Weihnachtsmann gab, hatte das dem Gefühl für Weihnachten nicht
geschadet.
Sein Blick schweifte zu der süßlich duftenden Bratapfelbude, an der zwei
junge Pärchen mit einem kleinen Jungen standen. Das eine Pärchen trug
orangerote Jacken derselben Marke, der Welt aufdringlich ihre
uneingeschränkte Verbundenheit unter die Nase reibend, dachte Friedrich. Als
Kontrastprogramm präsentierte sich das andere Pärchen geradezu auffällig
individuell, sowohl in der Farbe, als auch im Stil. Er trug eine lässige
Jeans, dazu eine olivefarbene Militärjacke, bei ihr schaute keck ein
eleganter Hosenanzug unter dem Pelzmantel hervor. Den kleinen Jungen hatte
man in eine rote Steppjacke gesteckt, das etwas altkluge Gesicht zierte eine
Brille mit runden Gläsern, Friedrich schätzte ihn auf etwa zehn Jahre.
Die Frau im Pelzmantel wandte sich an den Jungen:,Na, hast du jetzt nicht
doch noch Lust auf einen kandierten Apfel?' Der Junge reagierte auf diese
fordernde Frage mit einem gequälten Lächeln. Nun schaltete sich die Frau in
der orangefarbenen Jacke ein: ,Ich denke, Hans-Peter hat genug!'
,Das kann er ja wohl noch selber sagen.' Die Frau im Pelz schaute den Jungen
herausfordernd an. ,Na, wie wäre es noch mit einem Apfel. Zum Nachtisch noch
etwas Süßes?'
Der Junge nickte verlegen, er hatte gelernt, es allen recht zu machen.
Animiert durch diese schüchterne Geste, drängte sie sich durch die Menge zur
Bratapfelbude, wobei sie durch überlautes Rufen in Richtung Bedienung ihr
baldiges Erscheinen ankündigte. Die andere Frau tuschelte derweil, die ganze
Situation missbilligend, intensiv mit ihrem Partner. Eine Verschwörung in
Orange, dachte Friedrich.
Ein Pärchen im Partnerlook wirkte für Friedrich immer ein bisschen asexuell,
wie Bruder und Schwester. Liebesbezeugungen zwischen diesen Personen hatten
für ihn etwas inzestuöses und sollten seiner Meinung nach auch
strafrechtlich so behandeln werden. Vielleicht kommt die Einheitskleidung im
Knast ihrer pervertierten sexuellen Veranlagung sogar entgegen, dachte
Friedrich bösartig. Die Unterredung schien beendet.
,Ich finde es nicht gut, dass du ihn so nötigst, er hat doch einen so
sensiblen Magen'.
Als hätte die andere Frau nur darauf gewartet, giftet sie: 'Eine Mutter hat
ja wohl noch das Recht, ihrem Sohn einen Apfel kaufen zu dürfen.'
Für die interessierten Beobachter dieser Szene, dachte Friedrich, musste
sich spätestens jetzt erschlossen haben, dass es sich bei der aggressiveren
der beiden Frauen um die leibliche Mutter des kleinen Jungen handelte.
Inzwischen waren mindestens eine Handvoll Menschen stehen geblieben. Sie
hatten ihr Schlendern unterbrochen, um dieser kostenlosen
Boulevardaufführung beizuwohnen.
Etwas abseits dieser Szenerie hatten sich die beiden Männer platziert,
beobachteten scheinbar interessiert ihre Schuhe und trippeln betreten von
einem Bein aufs andere. Dabei vermieden sie jeden Blickkontakt und achteten
tunlichst darauf, sich keiner Geste gegenseitiger Solidaritätsbekundung
schuldig zu machen. Beide kannten ihre Rolle in diesem Schmierentheater,
dachte Friedrich.
Während Hans-Peter lustlos auf seinem Apfel kaute, bemühte sich die
Stiefmutter, die Wogen zu glätten ,Ich meine ja nur, er hatte doch schon
eine Bratwurst, ein Schälchen Pommes und ein Eis.'
,Die du ihm gekauft hast!!' Bei der letzten Silbe reckte sie ruckartig den
Hals wie ein Habicht nach vorn. Dadurch richteten sich die Haare ihres
Pelzmantels zu einer Angriffsformation auf. Dies hier war kein Spaß, dies
war Krieg!, beurteilte Friedrich die Situation messerscharf.
Plötzlich durchlief eine Eruption den Körper des kleinen Jungen, seine
Halsmuskeln zogen sich krampfhaft zusammen, aber er kämpfte tapfer gegen die
heraufströmende Nahrung. Nahe am Erstickungstod würgte er an der Überdosis
Liebe. Nach langem erbittertem Kampf, der von heftigen, tierähnlichen Lauten
begleitet war, erbrach er stückchenweise den kandierten Apfel.
,Was ist denn bloß mit dir los?' Von Panik getrieben schüttelte die
leibliche Mutter den Jungen, was ihn allerdings nur veranlasst, sich auch
noch den Rest des Mageninhalts auf seine Hose zu entleeren. ,Das war
bestimmt der Fisch von heute Mittag, ich habe direkt gesagt, dass er
verdächtig gerochen hat.'
Die Stiefmutter war lange genug ruhig geblieben und hatte versucht, die
Situation zu entschärfen, aber das war dann wohl doch zuviel.
,Ja natürlich, was soll es sonst gewesen sein?! Ich sehe auch soviel Fisch
zwischen den Apfelstücken'.
Dabei stocherte sie mit ihren teuren Markenstiefeln in dem ausgekotzten
Apfel herum, stieß größere Brocken beiseite. Dies tat sie so behutsam, als
erwarte sie unter jedem Stückchen Erbrochenen einen versteckten Schwarm
Fische aufzuscheuchen.
Wie sehr muss eine Frau hassen, um mit Prada-Stiefeln in Kotze zu wühlen?,
dachte Friedrich.
Er wandte sich ab und ließ sie stehen, zwei ratlose Pärchen und einen mit
einem Doppelnamen geschlagen kleinen Jungen. Inzwischen heulte Hans-Peter.
Die Adern an den Schläfen waren hervorgetreten, seine Brille beschlagen, die
Augen waren blutunterlaufen durch die unfreiwillige körperliche Anstrengung.
Er sah erbarmungswürdig aus. Ein Opfer der modernen Patchworkfamilie, befand
Friedrich.
Plötzlich durchlief eine Eruption den Körper des kleinen Jungen, seine
Halsmuskeln zogen sich krampfhaft zusammen, aber er kämpfte tapfer gegen die
heraufströmende Nahrung. Nahe am Erstickungstod würgte er an der Überdosis
Liebe. Nach langem erbittertem Kampf, der von heftigen, tierähnlichen Lauten
begleitet war, erbrach er stückchenweise den kandierten Apfel.
,Was ist denn bloß mit dir los?' Von Panik getrieben schüttelte die
leibliche Mutter den Jungen, was ihn allerdings nur veranlasst, sich auch
noch den Rest des Mageninhalts auf seine Hose zu entleeren. ,Das war
bestimmt der Fisch von heute Mittag, ich habe direkt gesagt, dass er
verdächtig gerochen hat.'
Die Stiefmutter war lange genug ruhig geblieben und hatte versucht, die
Situation zu entschärfen, aber das war dann wohl doch zuviel.
,Ja natürlich, was soll es sonst gewesen sein?! Ich sehe auch soviel Fisch
zwischen den Apfelstücken'.
Dabei stocherte sie mit ihren teuren Markenstiefeln in dem ausgekotzten
Apfel herum, stieß größere Brocken beiseite. Dies tat sie so behutsam, als
erwarte sie unter jedem Stückchen Erbrochenen einen versteckten Schwarm
Fische aufzuscheuchen.
Wie sehr muss eine Frau hassen, um mit Prada-Stiefeln in Kotze zu wühlen?,
dachte Friedrich.
Er wandte sich ab und ließ sie stehen, zwei ratlose Pärchen und einen mit
einem Doppelnamen geschlagen kleinen Jungen. Inzwischen heulte Hans-Peter.
Die Adern an den Schläfen waren hervorgetreten, seine Brille beschlagen, die
Augen waren blutunterlaufen durch die unfreiwillige körperliche Anstrengung.
Er sah erbarmungswürdig aus. Ein Opfer der modernen Patchworkfamilie, befand
Friedrich.
Ein Hund leckte den kandierten Apfel aus dem Rinnstein.
Ein leichtes, aber unübersehbares Zittern befiel den Fuß des kleinen Jungen.
Langsam hob er sich und stampfte erst noch vorsichtig, dann aber immer
heftiger in schneller Folge platschend in die Lache. Die Saat war
ausgebracht, erkannte Friedrich. Wie lange würde es noch dauern, fragte er
sich, bis sich dieser kleine Junge aus seiner Verliererrolle befreite, um
sich zum intriganten Manipulator dieser Groteske zu erheben. Ein, vielleicht
zwei Jahre? Friedrich wünschte ihm dabei auf jeden Fall viel Glück!
eine Geschichte von Henning Brandes
Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Feiert schön und last Euch gut beschenken!
Euer Wolfgang
Verfasst am 20.06.2005 23:41:03 Uhr Sommer
Wollte mich mal wieder melden. Mir geht's Gut, aber irgendwie
hab ich grad recht wenig Zeit für vieles! Weil die Tage sind einfach wieder
länger und die Nächte kürzer!
Hier ein Sommergedicht!
Sieh, wie sie leuchtet,
Wie sie üppig steht,
Die Rose -
Welch satter Duft zu dir hinüberweht!
Doch lose
Nur haftet ihre Pracht -
Streift deine Lust sie,
Hältst du über Nacht
Die welken Blätter in der heissen Hand ...
Sie hatte einst den jungen Mai gekannt
Und muss dem stillen Sommer nun gewähren -
Hörst du das Rauschen goldener Ähren?
Es geht der Sommer über's Land ...
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Verfasst am 21.05.2005 12:21:07 Uhr Schönes Wochenende
Hallo, und schöne Grüße an alle, hatte viel zu tun die letzte Zeit und hab einiges vernachlässigt!
Aber mir geht's zur Zeit sehr Gut - könnte daran liegen, das ich ja bald in Urlaub fahre! So an alle die Musik haben wollen, schickt mir eine Email an doogie.la.boom@freenet.de, und ich schreib Euch wies geht!
So nun gibt's wieder ein Gedicht für die Sonne!
Sonne
Die Sonne geht auf
bin gut drauf
hab schon gelacht,
niemand ist aufgewacht.
Noch ganz still in den Räumen,
bin schon fertig mit den Träumen.
Schaue auf den See hinaus
denke mir, da musst du raus.
Leise hinunter,
bin heute so munter.
Die Stufen knarren,
einen Moment verharren.
Kein Laut zu hören,
ich wollt auch niemanden stören.
Leise durch die Tür geschlüpft,
mein Herz vor Freude hüpft.
Schnell den Weg entlang
ist wirklich ein schmaler Gang.
Aber dann, endlich freier Blick
auf den See, ich weich zurück.
Lasse mich am Ufer nieder,
schaue zur Sonne wieder.
Sehe die Sonne über dem See
träume, und wünsche mir eine Fee.
So jetzt mach ich dann das Dach auf, und werde aus der Arbeit heim düssen!
Gruß Wolfgang
Verfasst am 13.05.2005 01:05:42 Uhr Noch was zum Frühling
Düfte wallen - tausend frohe Stimmen
jauchzen in den Lüften um mich her;
die verjüngten trunknen Wesen schwimmen
aufgelös't in einem Wonnemeer.
Welche Klarheit, welches Licht entfließet
lebensvoll der glühenden Natur!
Festlich glänzt der Äther, und umschließet,
wie die Braut der Bräutigam, die Flur.
Leben rauscht von allen Blütenzweigen,
regt sich einsam unter Sumpf und Moor,
quillt, so hoch die öden Gipfel steigen,
emsig zwischen Fels und Sand hervor.
Welch ein zarter wunderbarer Schimmer
überstrahlt den jungen Blütenhain!
Und auf Bergen, um verfallne Trümmer,
buhlt und lächelt milder Sonnenschein.
Dort auf schlanken silberweißen Füßen
weht und wogt der Birken zartes Grün,
und die leichten hellen Zweige fließen
freudig durch den lauen Luftstrom hin.
In ein Meer von süßer Lust versenket,
wallt die Seele staunend auf und ab,
stürzt, von frohen Ahndungen getränket,
sich im Taumel des Gefühls hinab.
Liebe hat die Wesen neu gestaltet;
ihre Gottheit überstrahlt auch mich,
und ein neuer üpp'ger Lenz entfaltet
ahndungsvoll in meiner Seele sich.
Laß an deine Mutterbrust mich sinken,
heil'ge Erde, meine Schöpferin!
Deines Lebens Fülle laß mich trinken,
jauchzen, daß ich dein Erzeugter bin!
Was sich regt auf diesem großen Balle,
diese Bäume, dieser Schmuck der Flur:
Einer Mutter Kind sind wir alle,
Kinder einer ewigen Natur.
Sind wir nicht aus Einem Stoff gewoben?
Hat der Geist, der mächtig sie durchdrang,
nicht auch mir das Herz empor gehoben?
tönt er nicht in meiner Leier Klang?
Was mich so an ihre Freuden bindet,
daß mit wundervoller Harmonie,
meine Brust ihr Leben mitempfindet,
ist, ich fühl' es, heil'ge Sympathie!
Schwelge, schwelge, eh' ein kalt Besinnen
diesen schönen Einklang unterbricht,
ganz in Lust und Liebe zu zerrinnen,
trunknes Herz, und widerstrebe nicht.
Verfasst am 12.05.2005 22:57:28 Uhr Kommt der Frühling???
Hmm, jetzt hab ich mich ein paar Tage nicht gemeldet, aber heute werd ichs mit einem kurzem Gedicht machen!
Frühlingsgedicht
Die Sonnenstrahlen erreichen mich nicht.
Meine Augen bleiben trüb
und blind für den blauen Himmel.
Kann ich mich restlos dem Lächeln der Anderen verschließen?
Jedes strahlende Gesicht,
dass mich selbst - nur Höflichkeit? -
zu einer freundlichen Geste drängt,
schmerzt.
Ich strahle nicht.
Meine Augen bleiben trüb
und meine Seele grau.
Und wilde Träume von einem starken Frühlingswind,
der deine und meine trüben Gedanken zu vertreiben vermag
ein Stoß
und das Herz befreit
die Wolkendecke zerrissen
die Augen wieder klar
... und strahlen
erwacht
und du nicht da
kein Traum, kein Wind
nur wirklich blauer Himmel
doch meine Augen bleiben trüb
und Sonnenstrahlen
mir wird heiß in meiner Jacke
irgendwo erreichen sie mich doch ...
So wünsch noch einen schönen Abend und eine Gute Nacht!
Gruß Wolfgang
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